Ratgeber zur Bewerbung für Trainees und Berufseinsteiger

Keine unlösbare Aufgabe: Brainteaser im Bewerbungsgespräch

Alles zum Brainteaser im Bewerbungsgespräch
Du hast dich auf eine interessante Trainee Stelle beworben und bist eingeladen worden. Offenbar haben deine Unterlagen überzeugt, und bisher verlief das Gespräch trotz deiner Aufregung sehr angenehm. Du beginnst dich gerade zu entspannen, da schießt der Personaler aus heiterem Himmel eine Frage auf dich ab, die man unmöglich beantworten kann. Keine Angst – das kann Menschen in deiner Situation zwar eiskalt erwischen, aber es handelt sich beim Brainteaser im Bewerbungsgespräch um ein gängiges Mittel, um gewisse Fähigkeiten zu testen.

Der Weg ist das Ziel

Niemand erwartet tatsächlich von dir, dass du weißt, wie viele Smarties in einen Smart passen. Du musst es dir nicht einmal annäherungsweise herleiten können. Es geht beim Brainteaser im Bewerbungsgespräch darum, dass die Personaler sehen, wie du auf eine plötzliche, unvorhergesehene Aufgabe reagierst – später im Arbeitsleben wirst du schließlich auch immer wieder solche Situationen erleben. Gerade als Trainee wirst du ja auf einen Job in der Führungsebene vorbereitet, das heißt, du wirst Verantwortung tragen und Entscheidungen treffen.

Zeig beim Brainteaser im Bewerbungsgespräch, dass du dazu in der Lage bist, und schieb den ersten Schreck beiseite. Fang an zu überlegen – und zwar laut. Es geht nicht um die richtige Lösung, sondern um den Lösungsweg, den du einschlägst. Wenn deine Gesprächspartner zuhören, wie du über Volumen von Smarties und Smarts sinnierst, erkennen sie, dass du zumindest weißt, welche Informationen du für die Lösung bräuchtest. Erkläre deine Annahmen, alles Weitere kann das sein, was dir früher unter dem Kommentar „folgerichtig“ in Mathematikklausuren den Hals gerettet hat.

Verschiedene Arten von Brainteasern

Die Frage nach den Smarties im Smart gehört zu den beliebten Schätz-Aufgaben. Ihre Beantwortung erfordert Kreativität, mathematisches Denken und ein bisschen Allgemeinbildung. Andere Aufgaben stammen eher aus dem Bereich der Rätsel. Du kannst an Trial-and-Error-Aufgaben geraten oder an Fragen, die du mit logischem oder analytischen Denken lösen kannst. Manche Personaler legen dir auch Zahlen- oder Buchstabenreihen vor, die du ergänzen sollst. Das Schwierigste am Brainteaser im Bewerbungsgespräch ist, sich schnell auf sie einzustellen. Gerade hast du noch dagesessen und versucht, einen guten Eindruck zu machen, und jetzt sollst du auf einmal knobeln. Atme tief durch und widme dich dem gestellten Problem mit all deiner Aufmerksamkeit.

Unterschiedliche Fragen je nach Branche

Wer sich jetzt wegen möglicher Mathematikfragen entsetzt, kann sich erst einmal beruhigen: In einer Branche, die mit Mathematik nichts zu tun hat, wirst du natürlich andere Frage gestellt bekommen. Manche verzichten auch ganz auf Brainteaser im Bewerbungsgespräch. Beliebt sind diese Fragen vor allem in Berufen im Bank- und Versicherungswesen oder bei Unternehmensberatungen. In ersterer Branche ist es nur natürlich, dass du dein mathematisches Wissen unter Beweis stellst, und als Berater musst du originelle Ansätze entdecken können. Auch Start-ups stellen zunehmend die kniffligen Fragen.

Im Training sein

Ehe du zu einem wichtigen Gespräch mit deinem hoffentlich zukünftigen Arbeitgeber aufbrichst, solltest du dir online einige der Fragen anschauen. Es bringt nichts, die Antworten auf beliebte Brainteaser im Bewerbungsgespräch auswendig zu lernen, denn erstens kannst du nie wissen, welche Fragen gestellt werden, und zweitens kommt es ja darauf an, dass du deinen Lösungsweg darlegst. Das Trainieren hilft dir aber dabei, schnell in die passende Denkschiene zu finden. Du wirkst dadurch souveräner im Umgang mit diesen Fragen, und das ist auch nicht unwichtig: Neben dem Lösungsweg ist es für Personaler auch interessant zu sehen, wie du auf eine Frage reagierst, bei der du erst einmal nachdenken musst. Kommst du also nicht sofort auf den richtigen Ansatz, wirf die Flinte nicht ins Korn, sondern denke einfach laut weiter, damit deine Gesprächspartner deine Gedanken nachvollziehen können.