Ratgeber zum Gehalt für Trainees und Berufseinsteiger

So gibst du die Gehaltsvorstellung p.a. an

Alles zum Gehalt per annum | Definitionen, Tipps und Infos
Du hast eine spannende Traineestelle gefunden und möchtest dich darauf bewerben. Der Haken: In der Stellenausschreibung wird verlangt, dass du deine „Gehaltsvorstellung p.a.“ angibst. Ehe du jetzt aus Verunsicherung beschließt, lieber eine andere Stelle zu suchen, kannst du aufatmen: „p.a.“ bedeutet nicht anderes als per annum, was lateinisch „pro Jahr“ heißt. Du solltest also angeben, wie viel du in etwa jährlich verdienen möchtest. Du solltest aber keine reinen Fantasie- oder Wunschzahlen angeben, sondern dich vorher gründlich schlaumachen.

Zwischen Brutto und Netto unterscheiden

Grundsätzlich solltest du zunächst wissen, dass deine Gehaltsvorstellung p.a. immer als Bruttobetrag aufgefasst wird. Das bedeutet, dass du alle Sozialabgaben und deine Lohnsteuer gedanklich von dem Betrag abziehen musst, den du hier angibst. So siehst du, wie viel dir am Ende von den, was du angegeben hast, bleiben wird. Nennt dein potenzieller Arbeitgeber später eine niedrigere Summe, stellt aber geldwerte Vorteile oder vermögenswirksame Leistungen in Aussicht, solltest du nicht direkt ablehnen. Unter dem Strich kann sich dieser Handel für dich lohnen.

Gehaltsvorstellung p.a. hängt von der Branche ab

Die üblichen Traineegehälter gehen in den einzelnen Branchen sehr stark auseinander. In der Automobil- oder der Luft- und Raumfahrttechnik zum Beispiel kannst du sehr gut verdienen, und auch in der Pharmaindustrie, in Chemiebetrieben oder in Banken musst du dir keine Gedanken darüber machen, ob du mit deinem Einkommen bequem leben kannst. Bei der Formulierung deiner Gehaltsvorstellung p.a. für die Medienbranche hingegen solltest du dich nicht von den Zahlen leiten lassen, die du für die erstgenannten Branchen vielleicht gefunden hast: Nicht selten musst du dich hier mit einem Drittel dessen begnügen, was du in den Industrieunternehmen verdienen würdest.

Internetrecherche

Grundsätzlich lohnt es sich natürlich, vor der Formulierung deiner Gehaltsvorstellung p.a. die Homepage deines Wunscharbeitgebers sorgfältig zu lesen. Möglicherweise hat er irgendwo angegeben, wie viel Trainees bei ihm verdienen – in diesem Falle hast du es natürlich leicht, die richtige Zahl in deiner Bewerbung anzugeben. Oftmals geben Arbeitgeber selbst aber keine Auskunft zu genauen Zahlen. In diesem Fall kannst du gezielt nach dem Traineegehalt bei dem jeweiligen Unternehmen googeln – ist es groß genug, hat sicher schon jemand die Frage in einem einschlägigen Forum gestellt, und meist ist sie beantwortet worden.

Möglichkeiten eingrenzen

Findest du keine genauen Zahlen, solltest du viele verschiedene Faktoren zusammenrechnen, um auf einen angemessenen Wert zu kommen. Zunächst nimmst du die Traineegehälter der Branche unter die Lupe, in der du tätig werden möchtest. Dann schaust du, wo das Unternehmen seinen Sitz hat – oft, aber nicht immer zahlen Arbeitgeber in der Stadt mehr als auf dem Lande. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Größe des Unternehmens: Bis zu 10.000 Euro und mehr Unterschied kann zwischen der Vergütung in einem Unternehmen mit unter 100 und der eines Unternehmens mit über 1000 Mitarbeitern liegen. Möchtest du dich also bei einem kleinen Unternehmen bewerben, setzt du deine Gehaltsvorstellungen p.a. also besser am unteren Ende der Skala des Trainee-Gehalts für deine Branche an.

Nicht mit der Tür ins Haus fallen

In deinem Anschreiben solltest du erst so wichtige Dinge klarmachen wie den Grund, warum du gerade in dieses Unternehmen willst und weshalb du dafür auch besonders geeignet bist. Erst wenn alle guten Argumente genannt sind, schreibst du in den letzten Absatz deine Gehaltsvorstellungen p.a. – dann weiß der Personaler auch, warum du dieses Geld wert wärest. Am sichersten ist es übrigens, wenn du eine Spanne angibst und keine exakte Summe, also etwa „36.000-38.000 Euro“. So sehen die Verantwortlichen, dass du dir durchaus Gedanken gemacht hast, dass du aber auch weißt, dass viele Faktoren bei der Gehaltsfindung eine Rolle spielen. Gleichzeitig schaffst du so Spielraum für Verhandlungen.